Ein Tischtennis-Pionier und Gründungsvater des TTKV

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Zum 100. Geburtstag von Kurt Schmidt



Wenn man seine Lebensleistung für den Tischtennissport Revue passieren lässt, beeindrucken allein schon die Zahlen, wie lange er für seinen Sport im Einsatz war: 39 Jahre 1. Vorsitzender und 46 Jahre Kreispressewart... Vor allem aber war Kurt Schmidt, der am 2. Oktober 1920 in Berlin-Charlottenburg geboren wurde der Gründungsvater des Tischtennis Kreisverbandes Harburg-Land. Schon früh war sein Interesse für den Sport erwacht. Er spielte Fußball, sollte aber turnen und fing lieber an mit Tischtennis. Den Umgang mit Schläger und Zelluloidball erlernte er bei Guts-Muts Berlin. Verwundet aus dem Krieg zurückgekehrt, landete er in einem Lazarett im Winsener Schützenhaus... Er blieb in der Kreisstadt und knüpfte sportliche Kontakte zu den Winsener Vereinen MTV und TSC. 1945 fing er bei den Fußballern des TSC Winsen an und spielte nebenbei Tischtennis, so erfolgreich, dass er 1946 Lüneburger Stadtmeister wurde, 1952 Bezirksmeister im Doppel mit Horst „Tatter“ Sauerbeck. 1949 schlug die „Stunde null“ des TTKV Harburg Land. Kurt Schmidt war einer der Mitbegründer unseres Verbandes, der im ehemaligen Gasthaus Porth in Stelle aus der Taufe gehoben wurde. Kurt wurde de facto erster Vorsitzender, auch wenn das „Kreisfachwart“ hieß. 39 Jahre bis 1988 blieb er Vorsitzender. Im Bezirksverband Lüneburg war er 5 Jahre 2. Vorsitzender und ebenso lange Lehrwart. Aktiv war er auch als Verbandsschiedsrichter. Neben seiner Funktionärstätigkeit reiste Kurt auch als Trainer durch den Landkreis. So brachte er etwa den Fliegenberger Jungs von 1948 bis 1950 das Schmettern bei. Bezahlt wurde er hier in Naturalien, etwa mit einer Kiste Äpfel. Manches Wochenende verbrachte er mit Frau Gerda und den beiden Söhnen beim Tischtennis in Sporthallen, häufiger noch auf Gasthaussälen, da es noch wenige Hallen gab.
In Sachen Tischtennis war Kurt in den Jahren 1949 bis 1960 ständig im Kreisgebiet unterwegs und begeisterte andere Menschen und Vereine für das schnelle Spiel mit dem kleinen weißen Ball. Aus diesem Antrieb stiftete er den „Kurt-Schmidt-Pokal“. Der wurde alljährlich an einen besonders engagierten Verein im Kreisgebiet verliehen. Ein gefühltes Leben lang war er Pressewart: 46 Jahre berichtete Kurt Schmidt ausführlich in der hiesigen Tageszeitung, dem Winsener Anzeiger. Als Kenner der Szene kannte man ihn dort besser unter dem Kürzel „kt“. Wegen seiner überragenden Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden des TTKV gewählt. Sein „Stammverein“, der heutige TSV Winsen-Schwinde ernannte ihn 1999 zum Ehrenmitglied. Der Tischtennisverband Niedersachsen (TTVN) verlieh ihm die Silberne und die Goldene Ehrennadel, ebenso der Landessportbund (LSB). Kurt Schmidt verstarb am 30. Januar 2012 nach längerer Krankheit im Alter von 91 Jahren.

-Ralf Koenecke-

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