Den Tischtennissport in Holm-Seppensen und im Landkreis geprägt

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Wer „Ben“ Lerchl im Bezug auf den Tischtennissport wirklich ärgern wollte, hatte im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Entweder nannte man ihn bei seinem richtigen Vornamen, Reinhard oder man ließ die klischeehafte Aussage, dass nur Topspieler auch gute Trainer werden können in seiner Gegenwart los.
Als er im Juni 2008 seinem Sport und Deuschland ade sagte und sich in der Dominikanischen Republik niederließ, blickte der aus Laudenbach an der Weinstraße stammende Reinhard Lerchl auf ein außergewöhnliches, sportliches Schaffen zurück.
Denn keiner prägte den Tischtennissport beim SV Holm-Seppensen so wie er. Der Ausbilder bei der Marine, der anschließend im Dienst der Wasserschutzpolizei stand, begann beim SV am 19. Mai 1976 als Fachwart der Abteilung und blieb es 32 Jahre. Seine Amtszeit als Jugendwart und Trainer des Nachwuchses sollte nur vorübergehend sein, doch sie erstreckte sich ebenso lange, wie die seiner Fachwarttätigkeit.
Akribisch widmete er sich der Jugendarbeit. Den engagierten Nachwuchs, der zahlenmäßig stetig anstieg, formte "Ben" zu einer spielstarken Einheit. Außergewöhnlich und vielleicht einmalig: Die Jungen waren genau so stark, wie die Mädchen.
Das Jahr 1995 dokumentierte den sportlichen Höhepunkt dieser Ära: Bei den Landesmeisterschaften in Rinteln landeten Lerchl-Schützlinge dreimal auf Platz 1. Hinzu kamen ebenso viele dritte Plätze und ein zweiter Rang. Im Teamwettbewerb waren sie noch erfolgreicher. Die Schüler wurden 1992 in der Aufstellung Jan-Oliver Mau, Dennis Kalmuczak, Frederik Damm, Daniel Stockhammer und Sven Schröder und 1993 mit Falko John, der Sven Schröder ersetzte, Norddeutsche Meister. Beim Turnier auf Bundesebene holten sie Bronze und Silber. Das Mädchenteam, mit den Prehn-Drillingen Kirsten, Maike und Katrin sowie Anika Ludewig, die auch die Landesrangliste gewann, spielten in der Niedersachsenliga und gewannen den Norddeutschen Titel 1994. Bei den Deutschen Meisterschaften wurden sie im Jahr darauf vierte. Sandra Hasenbanck komplettierte dieses Team.
Auch für den Tischtenniskreisverband (TTKV) Harburg Land, der ihn 2003 für seine Lebensleistung auszeichnete, engagierte sich „Ben“. Als schonungslos ehrlich und zielführend hatte der ehemalige Vorsitzende des TTKV, Jörn Klein, seinen Vorstandskollegen in Erinnerung. In den 1980er Jahren war "Ben" zunächst Sportwart, von 2001 bis 2006 dann als Lehr- und Breitensportobmann im "Dienst". Durch sein Engagement stellte er seinen SV Holm-Seppensen auch für Leistungsschulung und für Trainerausbildung für Kreis-, Bezirks- und Landesverband ins Rampenlicht.
Sein sportlicher Blick erstreckte sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus: Internationale Jugendbegegnungen fanden mit Clubs in Frankreich, Polen und auch in Ungarn statt. Besonders stolz war er auf die Freundschaft mit Statisztika Budapest, die damals das beste Damenteam Europas stellten. Einen ungarischen Herren aus Liga eins der Magyaren, lotste er zum SV. István Várszegi schwingt heute noch den Schläger beim TSV Auetal.
„Alles, was ich erreicht habe, hab´ich nicht auf See gelernt, sondern mir an Land angeeignet“, sagte er in einem persönlichen Rückblick einmal. Reinhard Lerchl starb Ende Juni in seiner Wahlheimat im Alter von 77 Jahren.

-Ralf Koenecke-

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